Freitag, 25. Juli 2008

Nippons Söhne: Zwischen klinisch sauber und total verrückt

Während andere Leute einen Wochenend-Trip nach Paris oder Berlin machen, haben wir uns für einen 12-Stunden-Flug nach Tokyo entschieden, um drei Tage lang Nippons Brüder mit Bakterien zu versorgen. Wer eine Gebirgsburschen-Freundin hat, die bei einer österreichischen Fluglinie arbeitet, kann diesen kleinen Ausflug auch relativ kostengünstig absolvieren. Also haben Anna, Peter und ich uns aufgemacht, japanischer als die Japaner mit Fotoapparat und bequemen Schuhen sowie einer ziemlichen Erkältung (nur ich) die Hauptstadt des Eilands im Osten zu erkunden.


Blick aus unserem Hotelfenster:


U-Bahnplan


Erste Station: Die "Mitte" Tokyos, der Kaiserpalast mit dazugehörigen Garten - paradisische Ruhe, wenn auch mit weniger paradisischen Hitzegraden.


Von dort dann weiter in das eigentliche Zentrum „Ginza“, das denke ich mal von der Art her mit Manhattan oder dem ersten Wiener Gemeindebezirk (*ggg*) vergleichbar ist.


Was absolut nicht vergleichbar ist: Selbst die Autos sind leise. Niemand telefoniert in der U-Bahn, niemand redet. Die Japaner sind nahezu klinisch sauber, Abfall verschwindet scheinbar ungesehen. Für eine Großstadt von mehr als acht Mio. Einwohnern könnte es sich von der Lautstärke auch um St. Pongratzen handeln. Egal wieviele Menschen sich am Gehsteig befinden, du wirst einfach nicht angerempelt. Die in die eine Richtung wollen, gehen links, die anderen rechts. Noch dazu sind diese Menschen durch die Bank wie kleine Püppchen. Dicke Menschen sucht man dort doch eher länger. Außerdem haben Japanerinnen u.a. ein bisschen ein Faible für sehr kurze Röcke. Was sich auch irgendwie in ihrem Sex-Verständnis widerspiegelt. Hauptsache Püppchen und teilweise ein bisschen zu jung für meinen Geschmack - und gemalt. Ich sage nur Manga-Pornos...


Klinisch sauberer U-Bahn-Abgang


Biblische Ruhe in der U-Bahn


Sexsymbole


Eindeutig der Wahlspruch aller Japaner


Etwas kompliziert und aber auch gleichzeitig lustiger ist die Technikbesessenheit. Das geht vom Klo mit eigener Fernbedienung bis zum Elektronik-Bezirk Akihabara, wo Bazar-ähnlich jegliche elektronische Neuerscheinung gehandelt wird.


Nerd-Klo mit Bedienungsanleitung



Nerd im Elektronikbezirk vollkommen weg von der Auswahl


Zum Ausgleich für das ganze testosteronerzeugende Elektronik-Zeugs gings natürlich auch nach Shinjuku, um auch ein bisschen die Hasen raushängen zu lassen....Ich sag nur ganze Stockwerke voller Schuhe....


Da sind auch Vic und David dabei...


Ein bisschen Kultur darf auch nicht fehlen, mit einem Abstecher in den Tempelbezirk Senso-ji im Nordosten Tokyos.


Japaner sind sehr visuelle Menschen, was sich auch positiv für Touristen auswirkt. Wir wussten dank der Wachsmodelle zumindest immer, wie das Essen in diesem Lokal aussieht. Und eigentlich immer gut schmeckt.


Je ruhiger es auf öffentlichen Plätzen zugeht, desto lauter sind die zahlreichen Spielhallen. (Ohrenbetäubend sag ich nur). Auf drei Stockwerken sitzen diese netten Leute groß und klein und spielen um ihr Leben.


Aber die Europäer stehen der Verrücktheit ja um nichts nach....


Being Ninjas


Im Accesoires-Shop müssen Pudel und Männer draussen bleiben


Resümee: Wahnsinnsstadt, in der jeder Bezirk seinen eigenen Charme und sein eigenes Aussehen hat. Umwerfend viel zu sehen, alleine schon wegen der vielen Menschen und deren lustiger Gewohnheiten. Bestes Beispiel ist dafür der Stadtteil Harajuku in dem die Jugendlichen, die sich wie ihre Manga-Helden kleiden herumlaufen. Im Gegensatz zu anderen Großstädten hab ich mich in Tokyo unglaublich sicher und wohl gefühlt, was für eine solche Megacity eigentlich sehr ungewöhnlich ist. Bisschen unangenehm: Ich als einzige Bakterienschleuder war nicht so gern gesehen. Jedem der nach Japan reisen will wird hiermit mitgegeben, dies möglichst keimfrei zu machen...

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

bin ...weiß nicht, was ich bin. nach dem "städtebericht". das "ich-weiß-nicht-was-ich-bin" geht aber eher in die begeisterte richtung
freu mi auf ny, baby!

DICKES BUSSI IN DEN 4. :)


ps: ich bin´s *ggg*

Johanna hat gesagt…

Endlioch bist du zurück in der Blogger-Welt - ich dachte zwischenzeitlich shcon, du seist verschollen, aber dank der tollen Fotos weiß ich jetzt, dass du noch lebst und es dir gut geht :)
Ich schicke viele Grüße aus dem Lernparadies Mannheim

Norbert Hillinger hat gesagt…

der neid frisst mich!

Anonym hat gesagt…

Maaah - neid neid!!! Kann ich mir vorstellen, dass das voll lässig war bei den Nippons... Hoff es geht dir gut!
LG angi

Florian Ederer hat gesagt…

Komm doch einmal auf Wochenendbesuch nach Boston! Letztes Wochenende hatten wir eine Band im Keller.